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Donnerstag, 18. Juli 2013

Protest-End Violence Against Sex Workers

Morgen wird in Städten rund um die Welt vor den Schwedischen und Türkischen Botschaften gegen Gewalt an Sexarbeiter/innen protestiert- besonders gegen die strukturelle Gewalt, welche Sexworker zur Menschen zweiter Klasse degradieren will und dadurch direkte Gewalt begünstigt. Mehr Infos dazu hier:

http://jasmineanddora.wordpress.com/

Kurzfassung von Menschenhandel Heute, worum es geht:
 
"Eve Marie, oder Jasmine Petite, wie sie sich als Sexarbeiterin nannte, eine schwedische Sexarbeiterin, Sexarbeit-Aktivistin und Board Member der schwedischen Sex Workers’ Rights Organisation Rose Alliance, wurde vor einigen Tagen von ihrem Ex-Ehemann brutal umgebracht. Sie lag im jahrelangen Streit um das Sorgerecht mit ihm über die gemeinsamen Kinder. Das Sorgerecht wurde durch die Behörden dem gewalttätigen Ehemann zugesprochen, da sie als Sexarbeiterin als nicht geeignet galt. Obwohl sie wiederholt versucht haben soll, Anzeige wegen häuslicher Gewalt und Übergriffen gegen ihn zu erstatten, habe man ihre Hilferufe ignoriert – sie sei ja schließlich eine Sexarbeiterin. 
Dora, eine transsexuelle Sexarbeiterin wurde in der Türkei ermordet. Berichten zufolge handelt es sich um ein weiteres, trauriges Anzeichen für die zunehmende transphobe Gewalt in der Türkei. LGBT-Organisation, darunter auch Transgender Europe, fordern einen stärkeren Eingriff gegen transphobe Gewalt, die manche mit einem “Massaker” vergleichen."

Donnerstag, 8. März 2012

Ein erschütternder Fall von Zwangsprostitution und verweigerter Gerechtigkeit.

"Bis heute ist Sara von ihrer Behauptung nicht abgerückt: "Ingo", ein ehemaliger Freier des "Jasmin", habe sie bei dem Prozess 1994 von der Richterbank aus angelächelt. Anfang des Jahres 1993 war das "Jasmin" von der Polizei gestürmt worden, da vermutet wurde, dass auch einflussreiche Persönlichkeiten, darunter auch ranghohe Juristen, hier ein und aus gingen. Im damaligen Prozess wurde der Betreiber des Bordells vom Landgericht Leipzig wegen schweren Menschenhandels, Förderung sexueller Handlungen Minderjähriger und sexuellen Missbrauchs von Kindern zu vier Jahren Gefängnis verurteilt."

Vielsagend ist, wie der Richter versucht die Zeuginnen zu diskreditieren, indem er sie Prostituierte anstatt Zwangsprostituierte nennt. Damit soll ihr Leid heruntergespielt werden- denn nur "anständige" Frauen, welche freiwillig niemals sexuelle Dienstleistungen angeboten hätten, sind schützenswert. Dies zeigt, wie sehr eine verachtenswerte Denkweise noch in gewissen Teilen der Gesellschaft verankert ist: Nämlich dass nicht die sexuelle Selbstbestimmung, die physische und psychische Integrität vor Übergriffen geschützt werden soll, sondern die "sexuelle Tugend".

"Im Urteil liest man, die Gewaltanwendung des Angeklagten habe sich in Grenzen gehalten. Kurz vor ihrem 14. Geburtstag habe das Mädchen "bereits sexuelle Erfahrungen“ gehabt und freiwillig diese Handlungen geduldet."

...

Dienstag, 20. September 2011

Sittenwidrigkeit vs. Menschenrechte

Sexarbeiterinnen sollen gemäss der Kommission des Grossrats im Kanton Bern ihren Lohn rechtlich einfordern können.
Zurzeit gilt Prostitution in der Schweiz als Sittenwidrig, weshalb ein ganzer Berufszweig neben der sozialen auch massive rechtliche Diskriminierung erfährt. Die Sittenwidrigkeit wird damit begründet, dass niemand vertraglich zur Leistung von sexuellen Handlungen verpflichtet werden darf. Als Gegenstück dazu kann auch das Honorar nicht eingefordert werden. Da die Sexualität ein so sensibler Bereich ist, finde ich den ersten Teil absolut gerechtfertigt. Prostitution ist ein Beruf, aber keiner wie jeder andere- er braucht spezielle Schutznormen.

Diese sind aber nicht mit Repressionen zu verwechseln!! In Österreich müssen Prostituierte zum Beispiel gemeldet sein. Aufgrund der immer noch existierenden Stigmatisierung und dem faktisch fehlenden Datenschutz in diesem Bereich ist dies sehr problematisch. In der Vergangenheit ist es vorgekommen, dass die Polizei beim "bürgerlichen" Arbeitsplatz von Prostituierten vorbeigekommen sind um sie blosszustellen, wenn diese nicht erniedrigende Zwangsuntersuchungen über sich ergehen lassen wollten. Auch Erpressungen durch Personen, welche an die Meldedaten gekommen sind (Beamte oder Unbeteiligte), haben sich schon vielfach ereignet. Sexarbeiterinnen werden offiziell gebrandmarkt und haben es deshalb wesentlich schwerer einen Berufswechsel durchzuführen, obwohl letzteres ganz im Sinne von Prostitutionsgegnern sein sollte.

Es gibt eine vielzahl von Berufen, welche Sonderregeln brauchen, Sexarbeit ist damit nicht alleine. Wie ich in einem früheren Post geschrieben habe, sollten Prostituierte mit der neuen Regelung nicht zu sexuellen Handlungen verpflichtet werden, sondern das Honorar zurückgeben falls sie ihren Teil aus welchen Gründen auch immer nicht erfüllen können/wollen.

In der Praxis wird diese Regelung unbedeutend sein, da alle Sexarbeiterinnen ausser den unerfahrensten und gutgläubigsten/naivsten das Honorar vorher verlangen. Sie enthält allerdings eine wichtige Stellungnahme, nämlich dass die Rechte von Sexarbeiterinnen respektiert werden sollen wie diejenigen anderer Menschen auch.

Sonntag, 24. Juli 2011

Weltweite negative Auswirkungen der US-Prostitutionspolitik

Ein älterer Artikel der Washington- Post. In Brasilien herrscht eine ziemlich hohe Aids-Rate, doch war sie 2006 nur halb so hoch wie 1990 prognostiziert.

"When we started in the 1980s, our projected AIDS rates were exactly the same as Africa's, but now it's a completely different story," said Mariangela Simao, deputy director of Brazil's national HIV-AIDS program in Brasilia. "I'm convinced it's a result of the way the government has responded. We provide information and resources, and don't enter into moral or religious issues."

Der Brasilianische Ansatz beinhaltet unter anderem die Zusammenarbeit mit Prostituierten. Diese Fortschrittliche Einstellung hat dazu geführt, dass die USA Finanzierungsgelder entzogen hat (siehe Artikel).

Die Konsequenzen in Ländern, welche nicht auf die Hilfsgelder verzichten wollen/können und somit die von der USA gewünschten Massnahmen implementieren, sehen so aus. Ein aktuelles Beispiel sind die andauernden Proteste von Sexarbeiter/innen in Südkorea, wobei einige sich während einer grossen Demo aus Verzweiflung über den Polizeiterror sogar anzünden wollten.



Gegen die vorherrschenden Hurenphobie in der USA versucht SWAAY (Sex Workers, Allies and You) eine kleine Plakatkampagne auf Spendenbasis zu starten (mindestens 7 Dollar pro Person). HIER könnt ihr mitmachen!!

Dienstag, 21. Juni 2011

Verachtung

In Beiträgen wie diesen wird das wahre Gesicht von zahlreichen Prostitutionsgegnern entlarvt (welche natürlich nichts gegen Prostituierte selbst haben, nur gegen Prostitution..)
http://www.prostitutionresearch.com/WhyIMade.html
Why I made the Choice to be a Prostitute"

1. I saw Pretty Baby and it reminded me of my stepfather and I thought I could get paid for it.
2. I saw Pretty Woman and I liked the clothes.
3. I saw a Demi Moore movie and I thought, Wow, what an easy and fun way to make a million dollars.
4. I like getting fucked by the football team, the fraternity brothers, and law students at graduation parties. I realized that gang rape could be a transcendental experience.
5. I figured that laying on my back and getting fucked by hundreds of men, and getting on my knees and sucking thousands of dicks, was the most profound empowerment a woman could have.
6. My vocational counselor and I discussed a whole lot of possibilities: doctor, lawyer, women's-studies teacher, legal secretary. I was offered a four-year scholarship at Stanford, but frankly, prostitution seemed the most rewarding job option available.
7. I worship the goddess and she told me, "Fuck mankind." I misunderstood her spiritual message and found myself in lifetime sexual servitude instead.
8. I came to appreciate the depth of Hugh Hefner's, Larry Flynt's, and Bob Guccione's understanding of my sexuality.
9. My boyfriend wanted me to do it. He said that being part of a stable of whores who worked for him could help me learn how to get along with other women.
10. My father wanted me to do it.
11. I met a nice man on alt.sex.prostitution.
12. Camille Paglia told me it was the feminist thing to do.
13. I felt coerced by my landlord, the day-care center, the utility companies, the grocer, my dealer and my plastic surgeons to pay my bills every month.
14. I didn't want to work at Red Lobster.
15. I wanted to be treated like a lady.
16. I went to COYOTE's Halloween extravaganza, the Hookers' Ball, and found out just how glamorous prostitution could be.
17. It's complicated, but I thought that working in the sex industry would increase my self-esteem. It's sort of like saying to the world, "I am the best Grade A ground beef" and being the cow.
18. And then, ya know, even though it all sounded really good, and selling fucks and blow jobs sounded really empowering, I realized that talking about it and writing books defending it would be even more empowering."

Für diejenigen welche immer noch nicht verstehen wie solche hasserfüllten, spöttischen Bemerkungen Prostituierten massivst Schaden (ja, das gibt es tatsächlich..), kann ich nur wieder mal auf den Beitrag "Violent Language of Anti-Sexworker Groups" verweisen...

"There are five main consequences of this discourse of hate. First, sex workers who are confronted with these opinions are likely to doubt their self-worth and their self-agency, and may put themselves in the position of victim, thus making it more likely they will become victims of violence. When subjected to violence, they are less likely to make complaints about it.

Secondly, the discourse encourages hatred of sex workers, clients and all who support sex workers in any way. All cultures have approved objects of hatred. Often this hatred takes aim at whole classes of people. Speech denigrating particular groups has been described as a ‘psychic tax on those least able to pay’. As an example, it has been shown that negative comments about the LGBT (lesbian, gay, bisexual and transgender) communities contribute to increases in physical and verbal violence against homosexual and transgender people. This can be extended to sex workers as well.

Thirdly, conflating sex work with trafficking and violence against women has affected the funding of sex worker groups. For example, PEPFAR (the US government AIDS fund) will not fund organisations that support sex workers or promote the decriminalisation of sex work. As a result, this has led to groups that supply sex workers with condoms, or support the rights of sex workers, not receiving funds, thus endangering the lives of sex workers and putting them at risk of HIV infection. This policy also reinforces stereotypes, stigma, and discrimination against sex workers.

Fourthly, male, gay, transgender and gender-fluid sex workers are made invisible. The violence against these groups is ignored, and rarely appears in any of the papers they produce. In fact, male sex workers rarely appear in any of their publications, perhaps, because they assume male sex workers to be gay men. For example, Sheila Jeffreys calls gay men the cause of women’s subjugation, while male-to-female transgendered sex workers are referred to as ‘self-mutilating men’. Perhaps they count even less as human?

Finally, and cumulatively, the discourse actively encourages violence against sex workers. The way something is defined can make a huge difference in how it is perceived and how it is interacted with. When one understands a group of people as ‘other’, different, dirty, filthy, stupid or malevolently manipulative, then one can support or condone the violence that occurs. Whether this is forced rescue, forced health checks, taking children away from their parents, or rape and murder."

Freitag, 15. April 2011

Emma und Prostitution

Die (radikal-) feministische Frauenzeitschrift Emma versucht in ihrer neuen Frühlingsausgabe wieder mal mit allen Mitteln, Prostituierte zu pathologisieren. Ein paar Punkte:

Im ersten Artikel "Es ist moderne Sklaverei" wir der Alltag bei der Anlaufstelle La Strada beschrieben. Es eröffnet sich ein Bild des Elends. Roma-Frauen werden von ihren Familien verkauft und schuften sich praktisch zu Tode, während die Männer faulenzen und das Sagen haben. Darauf, dass dies vielmehr mit kulturellen Misständen im Herkunftsland als mit Prostitution generell zusammenhängt kommt man aber nicht. Es wird immer betont, dass die Frauen sich aus finanzieller Not gezwungenermassen Prostituieren. Wenn dies tatsächlich der Fall sein sollte, ist es reine Zeitverschwendung und für die Beteiligten äusserst kontraproduktiv, Prostitution an sich bekämpfen zu wollen. So lange diese NOT bestehen bleibt wird es immer Frauen geben, welche sich Prostituieren MÜSSEN. Man müsste die ganze Wirtschaft und Gesellschaft im Ostblock und den sonstigen Herkunftsländern umkrempeln, alles andere ist schädliche Symptomsbekämpfung. Die Sozialarbeiterin von La Strada setzt noch eine dreiste Behauptung auf: Sexarbeiterinnen, welche sich in Talkshows nicht einseitig negativ über ihre Tätigkeit äussern seien Lobbyistinnen, welche bezahlt werden um zu erzählen "wie geil Prostitution ist".

Anm. an die Kommentatoren, deren Beiträge ich wegen beleidigendem Inhalt nicht veröffentlicht habe: Ich kritisiere nicht, dass diese Missstände angesprochen werden, sondern das es sensationalistisch als Propaganda gegen Freiheitsrechte missbraucht wird. Lest doch bitte was tatsächlich im Post steht, ohne irgendwelchen Mist rein interzupretieren. Zu behaupten, ich sei zu "privilegiert" um mir eine qualifizierte Meinung bilden zu können ist nur eine weitere Masche, um tatsächliche Sexarbeiterinnen welche nicht dieselbe Sichtweise haben zum Schweigen zu bringen. Seid ihr etwa alle alleinerziehende Migrantinnen aus sog. bildungsfernen Schichten, welche eine gewaltvolle Kindheit hatten? Ich schätze eher dass Disqualifizierung wegen "Privilegiertheit" nur für Prostituierte gelten soll.

Im Artikel "Die Freier Baden doch im Schampus" erklärt der Hauptkommissar, dass nur 3-5% aller Prostituierten völlig selbständig arbeiten. Erstens: Es ist kaum verwunderlich, dass ein Polizist zu diesem Schluss kommt, schliesslich erleben diese aufgrund der Natur ihrer Arbeit hauptsächlich Problemfälle. Entsprechend wird auch die Sozialarbeiterin einer Anlaufstelle nicht mit integrierten und zufriedenen Sexarbeiterinnen zu tun haben wird.
Zweitens fragt sich, was mit selbständig gemeint ist. Auch wenn ich ein sogenanntes Independent Escort bin, so bin ich während meiner Buchungen auf andere angewiesen und würde vermutlich als "unselbständig" qualifiziert werden. Ich habe eine Coverperson, die stets weiss wo ich bin und für diese verantwortungsvolle Aufgabe finanziell entschädigt wird. Ausserdem beauftrage ich einen Fahrer, wenn ich einen neuen Kunden treffe (kommt heutzutage nur selten vor, da ich eine zuverlässge Stammkundschaft habe). Dieser erhält dann etwa 1/3 meines jeweiligen Einkommens, was seinem herkömmlichen Honorar entspricht. Als ich noch mit einer Agentur gearbeitet habe, hätte ich sogar sicher als unselbständig gegolten.

Weiter kritisiert der Hauptkommissar das Prostitutionsgesetz. Es sei für gleichgestellte Partner angelegt worden, was der Realität allerdings nicht entspreche. Ein Bordell habe Prostituierten alles vorgeschrieben und sogar Strafgelder bei unzufriedenen Kunden ausgestellt. Eine Klage wegen (der immernoch strafbaren) Zuhälterei sei mit Verweis auf das Prostitutionsgesetz abgelehnt worden.

Bezüglich Prostitution gibt es viele merkwürdige, auch absolut Menschenverachtende Gerichtsurteile (siehe hier). Ich würde gerne das Gerichtsurteil lesen um mir ein eigenes Bild darüber zu machen, aber wie erwartet ist keine Quelle vorhanden. Entweder waren die Voraussetzungen für Zuhälterei oder andere Straftaten in diesem Fall doch nicht erfüllt, konnten nicht nachgewiesen werden oder die Richter empfanden Prostituierte schlicht nicht als schützenswert, was nicht selten ist (Prostituierte können ihren Lohn in der Schweiz zb. immer noch nicht einklagen). Das ist aber nicht der Fehler des Prostitutionsgesetzes, welches nur im Fall von selbstbestimmter Sexarbeit angewendet werden sollte, wenn es denn für diese Konstellation geschaffen wurde.

Weiter wird erwähnt, dass schon versucht wurde, missbräuchlichen Mietzinsen für Tageszimmer zu verhindern. Die Staatsanwaltschaft geht aber auf entsprechende Klagen nicht ein. Diese Bemühungen verdienen volle Unterstützung, denn Wucherzinsen schaden Prostituierten finanziell und führen zu weiteren Schulden. Ich bezweifle aber, dass die Emma und ihre Zielgruppe sich jemals dafür einsetzen würden. Stets wird zur Abschaffung der Prostitution aufgerufen, da bleibt für Verbesserungen der Arbeitsbedingungen kein Raum. Prostitution wird generell schon als so schädlich empfunden, dass es nicht wirklich einen Unterschied macht unter welchen Bedingungen diese stattfindet. Selbstverständlich ist es egal, wie die Betroffenen selbst es empfinden.

Noch am Rande: Emma-Feministinnen wehren sich stets gegen das Label "Lustfeindlich und Prüde". Wenn man die Emma-Themen betrachtet, erscheint dies absolut absurd. Sex wird ausschliesslich aus einem negativen Standpunkt heraus betrachtet. Vergewaltigung. Sexualmord. Pornographie, die Darstellung von sexuellen Akten aller Art, wird als verbildlichte sexuelle Gewalt definiert. Verstümmelung. Häusliche Gewalt. Prostitution ist per se bezahlte Vergewaltigung. Menschen, welche Sex nur um seiner selbst Willen geniessen können, sind emotional abgestumpft. Besondere Vorlieben (vor allem SM) werden äusserst herablassend behandelt. Männer mit sexuellen Bedürfnissen, welche sie auch äussern, sind anmassend und behandeln Frauen als Objekt für ihre Begierden. Geht eine Frau auf die sexuellen Wünsche eines Mannes ein, ist sie unemanzipiert. Hat sie gar eigene Wünsche, so sind diese vom Patriarchat vermittelt worden wenn sie nicht politisch korrekt sind. Wenn etwas positives gesagt wird, dann nur wie wunderbar magisch die weibliche Sexualität doch sei. Selbstverständlich ohne weitere Ausführungen, denn das wäre Pornographisch. Eine Foristin verlangt sogar, Artikel mit sexuellen Inhalten aus der Wikipedia zu verbannen. Lustfeindlich? Aber neeein, wir doch nicht...wie kommt man denn darauf? Wir wollen nur dass alle sich unseren beschränkten Vorlieben anpassen. Denn nur diese sind echte Lust, alles andere ist Verrohung/pervers/unnötig!

Emmas Leitsatz "Gegen Prostitution- in Solidarität mit den Prostituierten" erscheint als blanker Hohn.

Mittwoch, 9. Februar 2011

Zwangsprostitution wird durch restriktives Aufenthaltsrecht und Stigma der Sexarbeit begünstigt

Menschenhandel wird durch Österreichische Behörden begünstigt: Link Ein oft vorkommendes Druckmittel gegen Zwangsprostituierte ist die Drohung, eine Person als "illegal Anwesend" auffliegen zu lassen, was zu einer Abschiebung führen würde. Das häufigste ist meiner Einschätzung nach hingegen die Drohung, Freunde und Familie über die Tätigkeit als Prostituierte zu informieren.

Freitag, 4. Februar 2011

Violent language of anti-sex work groups, Teil 2

Zitat von Sven aus dem Emma-Forum:

"Menschen, die als Kind Anerkennung, Geborgenheit und Liebe erfahren durften, deren Würde nicht verletzt wurde, werden NIEMALS in die Pornoszene oder Prostitution rutschen! Das gilt für Frauen, wie auch für Männer."

Dies ist ein perfektes Beispiel dafür, was im Artikel "Violent language of Anti-Sex work groups" beschrieben wird. Sexarbeiter/innen werden als unvollständige, "beschädigte", unwürdige Menschen dargestellt, damit man sie nicht ernst nehmen muss. Es ist die vollendete Respektlosigkeit, welche in der Gesellschaft die Stigmatisierung und somit auch Diskriminierung und Gewalt reproduziert. Jedes negative Beispiel wird aufgenommen und als "Wahrheit" genannt, jedes positive, das dem eigenen Weltbild nicht entspricht, als absolute Ausnahme oder gar Selbsverleugnung abgestempelt.

Quelle

Hinzu kommt die Problematik, falls jemand tatsächlich missbraucht wurde. Ich glaube nicht, dass die meisten Missbrauchsopfer unfähig zur Selbstreflexion und zu willenlosen Gefässen werden, doch genau das implizieren Aussagen wie die oben. Ich stelle es mir als sehr belastend vor, wenn einem ständig vorgehalten wird, welche eigenen Erfahrungen angeblich zu den eigenen Entscheidungen geführt haben. Es ist ein ständiges Verdrängen in die Opferrolle, welches jedes neugewonnene Gefühl von Empowerment zerstören kann.