Sonntag, 10. Juni 2012

Ein Zitat, das es auf den Punkt bringt.

"I think the reason sex work is seen as degrading to women who sell sex is that a woman's moral character has always been attached directly to her sexual behavior in most societies. In their eyes, by selling sex she is literally selling a part of her soul, or some unseen part of her self. Somehow men are immune to this type of moral scrutiny as well."
Commentator in Bitch Magazine

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Das Zitat beschreibt die patriarchale Ächtung von Sexworkern und Frauen, erklärt sie aber nicht.

Dem Schlampen- und Hurenstigma für Frauen entspricht bei Männern das Schlappschwanz- und Schwulen-Stigma.

Beide Geschlechtergruppen werden in antagonistische Rollen gezwungen, um das Patriarchat als vermeintlich stabile, prokreative Gesellschaftsform zu erhalten. Beide Geschlechter zahlen einen hohen Preis. Nur wenn wir die Opfer beider Seiten in den Blick nehmen, können wir den Kampf der Geschlächter befrieden. Die Befriedigungsarbeit von uns Sexworkern ist nur ein Teil davon *lol*.

-Marc

Sina hat gesagt…

Ich glaube nicht, dass "Schlappschwänze" jemals so verfolgt und verachtet worden sind wie Sexworker, aber das Schwulenstigma finde ich einen treffenden Vergleich. Glücklicherweise hat sich dieses bereits stark gelockert, in vielen Kreisen ist es nicht gesellschaftsfähig schwulenfeindliche Platitüden rauszulassen und ich kenne viele Schwule die dazu stehen können, ohne gesellschaftlich ruiniert zu werden. In beiden Bereichen muss noch viel gemacht werden, da hast du Recht.

Anonym hat gesagt…

Naja, was wohl die etlichen "Schlappschwänze" dazu sagen, die im Laufe der Menschheitsgeschichte als Fahnenflüchtige an die Wand gestellt und abgeknallt worden sind?
Hier zeigt sich wieder die typisch weibliche Männerverachtung: Unterdrückt worden zu sein, wird bestenfalls noch den schwulen „Schwestern“ zugestanden, die zum Dank hierfür auch bitte schön gemeinsam mit den Frauen auf die heterosexuellen Männer einzudreschen haben.

Einfach mal bei youtube „the invisible man riding the donkey backwards“ eingeben: ein schönes Video zum üblichen Umgang mit männlichen Opfern häuslicher Gewalt.

Nebenbei: Wer bringt das größere Opfer: ein Mann, der in den Krieg gezwungen wird und damit nicht die eigene Feigheit (bzw. Vernunft bzw. den Überlebensdrang) ausleben darf oder eine Frau, die lediglich ihre Geilheit im Zaum und ihre Beine zusammenhalten muss, um als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft zu gelten? Und wer hat es leichter, sich zu rehabilitieren?

Was nicht heißen soll, dass ich OK finde wie mit (ja im übrigen nicht nur weiblichen, aber das behauptest du auch nicht, oder?) Sexworkern (oder Nutten oder Prostituierten oder Huren oder wie auch immer) verfahren wird. Ich wäre sehr dafür diese Stigmata weitestgehend zu entsorgen. Aber solange vor allem (wenn auch bei weitem nicht ausschließlich) Frauen ganz selbstverständlich Männer in „gute, echte Männer“ und „schlechte, feige und schwache Schlappschwänze“ einteilen, solange kann ich als Mann mich ehrlich gesagt nicht großartig darüber echauffieren, wenn Frauen von Männern (und Frauen bzw. „der Gesellschaft“) in „gute, liebe und anständige Frauen“ und „schlechte, verhurte kleine Schlampen“ eingeteilt werden.

Men are imune my ass!!!

Was passieren kann, wenn ein Mann sich weigert, die kugelsichere Weste für seine weibliche Begleitung zu spielen, sehen wir ebenfalls bei youtube:

„Reaction to dark knight shooting provides glimpse into male“

Wie sagte schon der Philosoph und Staatsmann E. Stoiber: „Alles hängt mit allem zusammen.“ Also auch mal über den eigen Tellerrand lunsen, alles klar? Dann klappts auch mit der Solidarität!

Gruß,

J.-B. G

Sina hat gesagt…

Deine Empfindlichkeit zu diesem Thema vernebelt deine Fähigkeit, nicht Sachen herauszulesen die nicht da stehen. Ich habe nirgends geschrieben, dass nicht auch Frauen bei der Reproduzierung der besagten Stigmas verantwortlich sind, insofern ist das Heteromann-Bashing eine haltlose Unterstellung.