Montag, 12. Oktober 2009

Gestörte Gesellschaft


Heute habe ich einen Podcast von "The Economist" gehört, wo es um das Versagen des "Sex Offender"- Systems in den USA geht. Das Interview war mit einer Aktivistin, welche sich dagegen einsetzt.

Sexualstraftäter sind in einem öffentlichen Register einsehbar. Hmm, okay..meine erste Reaktion darauf ist zugegebenermassen eher positiv. Ist doch gut, dass man das endlich mal ernst nimmt und was dagegen unternimmt, nicht wahr? Das Gesetz wurde Erlassen, weil keiner der Politiker als zu weich gegenüber solchen Straftätern erscheinen wollte, obwohl man natürlich schon einige Probleme kommen sah..
Bei diesem Register wird aber nicht zwischen gemeingefährlichen Gewaltverbrechern und Sittendelinquenten unterschieden. Eine Mutter, welche nichts gegen die sexuelle Aktivität ihrer 15-Jährigen Tochter mit ihrem 17-Jährigen Freund unternahm wurde wegen "Förderung eines Sexualdeliktes" eingetragen. Als Folge davon verlor sie ihren Job, ihr soziales Umfeld, und steht an einer Stelle mit Vergewaltigern. Ebenso ein minderjähriges Mädchen, welches aufreizende Fotos von sich machte: Sie wurde wegen "Erstellung von Kinderpornographie" verurteilt. Krank.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

In den USA läuft noch so einiges schief..auch wenn es zurzeit geringfügige Verbesserungen gibt.

Danielle hat gesagt…

ich halte von diesem register rein gar nichts...die grundidee ist super..aber solange es da keine unterschiede gibt was die "delikte" angeht sind die se register ethisch nicht vertretbar...diese register haben schon so manches leben zerstört und schon den einen oder anderen fall von lynchjusttiz verursacht...

Snickerman hat gesagt…

Auch die Grundidee ist falsch.
Völlig egal, was Du getan hast
(und zu Prostituierten gehen reicht schon),
jeder hat das Recht, NACH Verbüßen seiner Strafe wieder in die Gesellschaft zurückzukehren- die Extremfälle kommen entweder gar nicht raus oder nur in Behandlung.
Nicht jedoch ein "Lebenslang" durch die Hintertür, denn mit der Eintragung in dieses Register gibt es zahlreiche weitere Restriktionen, die eine Wiedereingliederung unmöglich machen- Rückfälle aber eher fördern als verhindern
(wer nichts zu verlieren hat...)

Sina hat gesagt…

Ja, das Rechtssystem ist eigentlich so aufgebaut dass man Resozialisiert werden soll..wenn es um die wirklich gemeingefährlichen Sexualstraftäter gehen kann ich es ja nachvollziehen dass man so einen nicht im Familienviertel haben will, vor allem weil die Rückfallquote dort sehr hoch ist. Aber diese Straftäter machen einen so geringen Anteil aus, ich glaube im Podcast war von 1% oder noch weniger die Rede..völlig unhaltbare Zustände.