Mittwoch, 27. April 2011
Mädchen
Im Gegensatz zu einigen anderen jungen Feministinnen lehne ich die Bezeichnung Mädchen, Fräulein etc. für erwachsene Frauen entschieden ab, da es in der Deutschen Sprache sexistisch verwendet wird. In der Gruppe redet man spassig oft von "Jungs und Mädels", woran nichts auszusetzen ist. Als Individuen werden allerdings fast nur junge Frauen ohne scherzenden Unterton verkindlicht. Kinder sind noch nicht voll entwickelt, man nimmt sie nicht gleich ernst wie Erwachsene, egal ob Mädchen nun auch gescheit, frech und stark sein können. Man mag zwar einwenden dass dies doch nur Semantik ist, aber die Semantik hat einen nicht zu leugnenden Einfluss darauf wie etwas wahrgenommen wird. Wer nimmt denn ein 30- Jähriges "Mädchen" als Chefin ernst?
Freitag, 15. April 2011
Emma und Prostitution
Die (radikal-) feministische Frauenzeitschrift Emma versucht in ihrer neuen Frühlingsausgabe wieder mal mit allen Mitteln, Prostituierte zu pathologisieren. Ein paar Punkte:
Im ersten Artikel "Es ist moderne Sklaverei" wir der Alltag bei der Anlaufstelle La Strada beschrieben. Es eröffnet sich ein Bild des Elends. Roma-Frauen werden von ihren Familien verkauft und schuften sich praktisch zu Tode, während die Männer faulenzen und das Sagen haben. Darauf, dass dies vielmehr mit kulturellen Misständen im Herkunftsland als mit Prostitution generell zusammenhängt kommt man aber nicht. Es wird immer betont, dass die Frauen sich aus finanzieller Not gezwungenermassen Prostituieren. Wenn dies tatsächlich der Fall sein sollte, ist es reine Zeitverschwendung und für die Beteiligten äusserst kontraproduktiv, Prostitution an sich bekämpfen zu wollen. So lange diese NOT bestehen bleibt wird es immer Frauen geben, welche sich Prostituieren MÜSSEN. Man müsste die ganze Wirtschaft und Gesellschaft im Ostblock und den sonstigen Herkunftsländern umkrempeln, alles andere ist schädliche Symptomsbekämpfung. Die Sozialarbeiterin von La Strada setzt noch eine dreiste Behauptung auf: Sexarbeiterinnen, welche sich in Talkshows nicht einseitig negativ über ihre Tätigkeit äussern seien Lobbyistinnen, welche bezahlt werden um zu erzählen "wie geil Prostitution ist".
Anm. an die Kommentatoren, deren Beiträge ich wegen beleidigendem Inhalt nicht veröffentlicht habe: Ich kritisiere nicht, dass diese Missstände angesprochen werden, sondern das es sensationalistisch als Propaganda gegen Freiheitsrechte missbraucht wird. Lest doch bitte was tatsächlich im Post steht, ohne irgendwelchen Mist rein interzupretieren. Zu behaupten, ich sei zu "privilegiert" um mir eine qualifizierte Meinung bilden zu können ist nur eine weitere Masche, um tatsächliche Sexarbeiterinnen welche nicht dieselbe Sichtweise haben zum Schweigen zu bringen. Seid ihr etwa alle alleinerziehende Migrantinnen aus sog. bildungsfernen Schichten, welche eine gewaltvolle Kindheit hatten? Ich schätze eher dass Disqualifizierung wegen "Privilegiertheit" nur für Prostituierte gelten soll.
Im Artikel "Die Freier Baden doch im Schampus" erklärt der Hauptkommissar, dass nur 3-5% aller Prostituierten völlig selbständig arbeiten. Erstens: Es ist kaum verwunderlich, dass ein Polizist zu diesem Schluss kommt, schliesslich erleben diese aufgrund der Natur ihrer Arbeit hauptsächlich Problemfälle. Entsprechend wird auch die Sozialarbeiterin einer Anlaufstelle nicht mit integrierten und zufriedenen Sexarbeiterinnen zu tun haben wird.
Zweitens fragt sich, was mit selbständig gemeint ist. Auch wenn ich ein sogenanntes Independent Escort bin, so bin ich während meiner Buchungen auf andere angewiesen und würde vermutlich als "unselbständig" qualifiziert werden. Ich habe eine Coverperson, die stets weiss wo ich bin und für diese verantwortungsvolle Aufgabe finanziell entschädigt wird. Ausserdem beauftrage ich einen Fahrer, wenn ich einen neuen Kunden treffe (kommt heutzutage nur selten vor, da ich eine zuverlässge Stammkundschaft habe). Dieser erhält dann etwa 1/3 meines jeweiligen Einkommens, was seinem herkömmlichen Honorar entspricht. Als ich noch mit einer Agentur gearbeitet habe, hätte ich sogar sicher als unselbständig gegolten.
Weiter kritisiert der Hauptkommissar das Prostitutionsgesetz. Es sei für gleichgestellte Partner angelegt worden, was der Realität allerdings nicht entspreche. Ein Bordell habe Prostituierten alles vorgeschrieben und sogar Strafgelder bei unzufriedenen Kunden ausgestellt. Eine Klage wegen (der immernoch strafbaren) Zuhälterei sei mit Verweis auf das Prostitutionsgesetz abgelehnt worden.
Bezüglich Prostitution gibt es viele merkwürdige, auch absolut Menschenverachtende Gerichtsurteile (siehe hier). Ich würde gerne das Gerichtsurteil lesen um mir ein eigenes Bild darüber zu machen, aber wie erwartet ist keine Quelle vorhanden. Entweder waren die Voraussetzungen für Zuhälterei oder andere Straftaten in diesem Fall doch nicht erfüllt, konnten nicht nachgewiesen werden oder die Richter empfanden Prostituierte schlicht nicht als schützenswert, was nicht selten ist (Prostituierte können ihren Lohn in der Schweiz zb. immer noch nicht einklagen). Das ist aber nicht der Fehler des Prostitutionsgesetzes, welches nur im Fall von selbstbestimmter Sexarbeit angewendet werden sollte, wenn es denn für diese Konstellation geschaffen wurde.
Weiter wird erwähnt, dass schon versucht wurde, missbräuchlichen Mietzinsen für Tageszimmer zu verhindern. Die Staatsanwaltschaft geht aber auf entsprechende Klagen nicht ein. Diese Bemühungen verdienen volle Unterstützung, denn Wucherzinsen schaden Prostituierten finanziell und führen zu weiteren Schulden. Ich bezweifle aber, dass die Emma und ihre Zielgruppe sich jemals dafür einsetzen würden. Stets wird zur Abschaffung der Prostitution aufgerufen, da bleibt für Verbesserungen der Arbeitsbedingungen kein Raum. Prostitution wird generell schon als so schädlich empfunden, dass es nicht wirklich einen Unterschied macht unter welchen Bedingungen diese stattfindet. Selbstverständlich ist es egal, wie die Betroffenen selbst es empfinden.
Noch am Rande: Emma-Feministinnen wehren sich stets gegen das Label "Lustfeindlich und Prüde". Wenn man die Emma-Themen betrachtet, erscheint dies absolut absurd. Sex wird ausschliesslich aus einem negativen Standpunkt heraus betrachtet. Vergewaltigung. Sexualmord. Pornographie, die Darstellung von sexuellen Akten aller Art, wird als verbildlichte sexuelle Gewalt definiert. Verstümmelung. Häusliche Gewalt. Prostitution ist per se bezahlte Vergewaltigung. Menschen, welche Sex nur um seiner selbst Willen geniessen können, sind emotional abgestumpft. Besondere Vorlieben (vor allem SM) werden äusserst herablassend behandelt. Männer mit sexuellen Bedürfnissen, welche sie auch äussern, sind anmassend und behandeln Frauen als Objekt für ihre Begierden. Geht eine Frau auf die sexuellen Wünsche eines Mannes ein, ist sie unemanzipiert. Hat sie gar eigene Wünsche, so sind diese vom Patriarchat vermittelt worden wenn sie nicht politisch korrekt sind. Wenn etwas positives gesagt wird, dann nur wie wunderbar magisch die weibliche Sexualität doch sei. Selbstverständlich ohne weitere Ausführungen, denn das wäre Pornographisch. Eine Foristin verlangt sogar, Artikel mit sexuellen Inhalten aus der Wikipedia zu verbannen. Lustfeindlich? Aber neeein, wir doch nicht...wie kommt man denn darauf? Wir wollen nur dass alle sich unseren beschränkten Vorlieben anpassen. Denn nur diese sind echte Lust, alles andere ist Verrohung/pervers/unnötig!
Emmas Leitsatz "Gegen Prostitution- in Solidarität mit den Prostituierten" erscheint als blanker Hohn.
Im ersten Artikel "Es ist moderne Sklaverei" wir der Alltag bei der Anlaufstelle La Strada beschrieben. Es eröffnet sich ein Bild des Elends. Roma-Frauen werden von ihren Familien verkauft und schuften sich praktisch zu Tode, während die Männer faulenzen und das Sagen haben. Darauf, dass dies vielmehr mit kulturellen Misständen im Herkunftsland als mit Prostitution generell zusammenhängt kommt man aber nicht. Es wird immer betont, dass die Frauen sich aus finanzieller Not gezwungenermassen Prostituieren. Wenn dies tatsächlich der Fall sein sollte, ist es reine Zeitverschwendung und für die Beteiligten äusserst kontraproduktiv, Prostitution an sich bekämpfen zu wollen. So lange diese NOT bestehen bleibt wird es immer Frauen geben, welche sich Prostituieren MÜSSEN. Man müsste die ganze Wirtschaft und Gesellschaft im Ostblock und den sonstigen Herkunftsländern umkrempeln, alles andere ist schädliche Symptomsbekämpfung. Die Sozialarbeiterin von La Strada setzt noch eine dreiste Behauptung auf: Sexarbeiterinnen, welche sich in Talkshows nicht einseitig negativ über ihre Tätigkeit äussern seien Lobbyistinnen, welche bezahlt werden um zu erzählen "wie geil Prostitution ist".
Anm. an die Kommentatoren, deren Beiträge ich wegen beleidigendem Inhalt nicht veröffentlicht habe: Ich kritisiere nicht, dass diese Missstände angesprochen werden, sondern das es sensationalistisch als Propaganda gegen Freiheitsrechte missbraucht wird. Lest doch bitte was tatsächlich im Post steht, ohne irgendwelchen Mist rein interzupretieren. Zu behaupten, ich sei zu "privilegiert" um mir eine qualifizierte Meinung bilden zu können ist nur eine weitere Masche, um tatsächliche Sexarbeiterinnen welche nicht dieselbe Sichtweise haben zum Schweigen zu bringen. Seid ihr etwa alle alleinerziehende Migrantinnen aus sog. bildungsfernen Schichten, welche eine gewaltvolle Kindheit hatten? Ich schätze eher dass Disqualifizierung wegen "Privilegiertheit" nur für Prostituierte gelten soll.
Im Artikel "Die Freier Baden doch im Schampus" erklärt der Hauptkommissar, dass nur 3-5% aller Prostituierten völlig selbständig arbeiten. Erstens: Es ist kaum verwunderlich, dass ein Polizist zu diesem Schluss kommt, schliesslich erleben diese aufgrund der Natur ihrer Arbeit hauptsächlich Problemfälle. Entsprechend wird auch die Sozialarbeiterin einer Anlaufstelle nicht mit integrierten und zufriedenen Sexarbeiterinnen zu tun haben wird.
Zweitens fragt sich, was mit selbständig gemeint ist. Auch wenn ich ein sogenanntes Independent Escort bin, so bin ich während meiner Buchungen auf andere angewiesen und würde vermutlich als "unselbständig" qualifiziert werden. Ich habe eine Coverperson, die stets weiss wo ich bin und für diese verantwortungsvolle Aufgabe finanziell entschädigt wird. Ausserdem beauftrage ich einen Fahrer, wenn ich einen neuen Kunden treffe (kommt heutzutage nur selten vor, da ich eine zuverlässge Stammkundschaft habe). Dieser erhält dann etwa 1/3 meines jeweiligen Einkommens, was seinem herkömmlichen Honorar entspricht. Als ich noch mit einer Agentur gearbeitet habe, hätte ich sogar sicher als unselbständig gegolten.
Weiter kritisiert der Hauptkommissar das Prostitutionsgesetz. Es sei für gleichgestellte Partner angelegt worden, was der Realität allerdings nicht entspreche. Ein Bordell habe Prostituierten alles vorgeschrieben und sogar Strafgelder bei unzufriedenen Kunden ausgestellt. Eine Klage wegen (der immernoch strafbaren) Zuhälterei sei mit Verweis auf das Prostitutionsgesetz abgelehnt worden.
Bezüglich Prostitution gibt es viele merkwürdige, auch absolut Menschenverachtende Gerichtsurteile (siehe hier). Ich würde gerne das Gerichtsurteil lesen um mir ein eigenes Bild darüber zu machen, aber wie erwartet ist keine Quelle vorhanden. Entweder waren die Voraussetzungen für Zuhälterei oder andere Straftaten in diesem Fall doch nicht erfüllt, konnten nicht nachgewiesen werden oder die Richter empfanden Prostituierte schlicht nicht als schützenswert, was nicht selten ist (Prostituierte können ihren Lohn in der Schweiz zb. immer noch nicht einklagen). Das ist aber nicht der Fehler des Prostitutionsgesetzes, welches nur im Fall von selbstbestimmter Sexarbeit angewendet werden sollte, wenn es denn für diese Konstellation geschaffen wurde.
Weiter wird erwähnt, dass schon versucht wurde, missbräuchlichen Mietzinsen für Tageszimmer zu verhindern. Die Staatsanwaltschaft geht aber auf entsprechende Klagen nicht ein. Diese Bemühungen verdienen volle Unterstützung, denn Wucherzinsen schaden Prostituierten finanziell und führen zu weiteren Schulden. Ich bezweifle aber, dass die Emma und ihre Zielgruppe sich jemals dafür einsetzen würden. Stets wird zur Abschaffung der Prostitution aufgerufen, da bleibt für Verbesserungen der Arbeitsbedingungen kein Raum. Prostitution wird generell schon als so schädlich empfunden, dass es nicht wirklich einen Unterschied macht unter welchen Bedingungen diese stattfindet. Selbstverständlich ist es egal, wie die Betroffenen selbst es empfinden.
Noch am Rande: Emma-Feministinnen wehren sich stets gegen das Label "Lustfeindlich und Prüde". Wenn man die Emma-Themen betrachtet, erscheint dies absolut absurd. Sex wird ausschliesslich aus einem negativen Standpunkt heraus betrachtet. Vergewaltigung. Sexualmord. Pornographie, die Darstellung von sexuellen Akten aller Art, wird als verbildlichte sexuelle Gewalt definiert. Verstümmelung. Häusliche Gewalt. Prostitution ist per se bezahlte Vergewaltigung. Menschen, welche Sex nur um seiner selbst Willen geniessen können, sind emotional abgestumpft. Besondere Vorlieben (vor allem SM) werden äusserst herablassend behandelt. Männer mit sexuellen Bedürfnissen, welche sie auch äussern, sind anmassend und behandeln Frauen als Objekt für ihre Begierden. Geht eine Frau auf die sexuellen Wünsche eines Mannes ein, ist sie unemanzipiert. Hat sie gar eigene Wünsche, so sind diese vom Patriarchat vermittelt worden wenn sie nicht politisch korrekt sind. Wenn etwas positives gesagt wird, dann nur wie wunderbar magisch die weibliche Sexualität doch sei. Selbstverständlich ohne weitere Ausführungen, denn das wäre Pornographisch. Eine Foristin verlangt sogar, Artikel mit sexuellen Inhalten aus der Wikipedia zu verbannen. Lustfeindlich? Aber neeein, wir doch nicht...wie kommt man denn darauf? Wir wollen nur dass alle sich unseren beschränkten Vorlieben anpassen. Denn nur diese sind echte Lust, alles andere ist Verrohung/pervers/unnötig!
Emmas Leitsatz "Gegen Prostitution- in Solidarität mit den Prostituierten" erscheint als blanker Hohn.
Donnerstag, 31. März 2011
Blogroll
In meinem Sexwork-Blogroll sind von belanglosen Party-Blogs,über geistreiche Analysen der Sex-Industrie und ihren Problemen, hin zu literarischen Meisterwerken alles vertreten. Auch Blogs, welche meinen eigenen Standpunkten komplett entgegenstehen sind dabei. Ich möchte damit Personen, welche sich für dieses Thema interessieren die Möglichkeit geben, sich ein möglichst ausgewogenes Bild zu machen.
Einige Blogs sind lesenswerter als andere, deshalb hier eine Liste derjenigen die ich besonders mag:
Audacia Ray: Waking Vixen Aktivistin, welche früher selbst als Sexworkerin tätig war und sich inzwischen auf internationaler Ebene für Frauen- Sexworker- Queer...wasauchimmer, Menschenrechte! einsetzt.
The Honest Courtesan Ehemaliges Escort und Agenturchefin, welche täglich mit beissender Ironie und scharfsinniger Analyse Nachrichten über Sexarbeit und zusammenhängendem kommentiert. In ihrer pauschalisierenden und übertriebenen Betonung der Unterschiede zwischen Männern und Frauen stimme ich nicht überein, aber ansonsten vermag sie vieles was ich denke auf den Punkt zu bringen.
Streetgirl: Alltag eines Freudenmädchens Aufgrund ihrer absurden Erlebnisse haben einige Leser den Verdacht dass sie ein Fake sein könnte, aber wer weiss? Unterhaltsam ist ihr Blog allemal, und zeigt auch ungeschönt die negativen Seiten der Prostitution.
Mistress Matisse Gedanken einer Domina zu Sexualität, der "Szene", ihrer Arbeit...
Belle de Jour Der Klassiker, an den die Serie (welche inzwischen ins lächerliche abgleitet) natürlich bei weitem nicht ankommt. Brooke Magnantis neuer Blog Sexonomics betrachtet Sexarbeit aus einer wissenschafltichen Perspektive.
Laura's Diary Englisches Callgirl, das gelegentlich als Aktivistin auftritt.
Nightmare Brunette Speziell.
Tits and Sass Gemeinschaftsblog
Furry Girl: Feminisnt Aktivistin, welche in allen möglichen Sektoren der Sexarbeit tätig ist/war, zurzeit eine Kampanie für Sexworker-Rechte in den USA aufstellt und auch sonst viel zu sagen hat
Einige Blogs sind lesenswerter als andere, deshalb hier eine Liste derjenigen die ich besonders mag:
Audacia Ray: Waking Vixen Aktivistin, welche früher selbst als Sexworkerin tätig war und sich inzwischen auf internationaler Ebene für Frauen- Sexworker- Queer...wasauchimmer, Menschenrechte! einsetzt.
The Honest Courtesan Ehemaliges Escort und Agenturchefin, welche täglich mit beissender Ironie und scharfsinniger Analyse Nachrichten über Sexarbeit und zusammenhängendem kommentiert. In ihrer pauschalisierenden und übertriebenen Betonung der Unterschiede zwischen Männern und Frauen stimme ich nicht überein, aber ansonsten vermag sie vieles was ich denke auf den Punkt zu bringen.
Streetgirl: Alltag eines Freudenmädchens Aufgrund ihrer absurden Erlebnisse haben einige Leser den Verdacht dass sie ein Fake sein könnte, aber wer weiss? Unterhaltsam ist ihr Blog allemal, und zeigt auch ungeschönt die negativen Seiten der Prostitution.
Mistress Matisse Gedanken einer Domina zu Sexualität, der "Szene", ihrer Arbeit...
Belle de Jour Der Klassiker, an den die Serie (welche inzwischen ins lächerliche abgleitet) natürlich bei weitem nicht ankommt. Brooke Magnantis neuer Blog Sexonomics betrachtet Sexarbeit aus einer wissenschafltichen Perspektive.
Laura's Diary Englisches Callgirl, das gelegentlich als Aktivistin auftritt.
Nightmare Brunette Speziell.
Tits and Sass Gemeinschaftsblog
Furry Girl: Feminisnt Aktivistin, welche in allen möglichen Sektoren der Sexarbeit tätig ist/war, zurzeit eine Kampanie für Sexworker-Rechte in den USA aufstellt und auch sonst viel zu sagen hat
Dienstag, 15. März 2011
Mittwoch, 2. März 2011
Argh!
Falls Kunden von Sexarbeiterinnen hier mitlesen: BITTE lest doch die Homepages und Inserate, durch die ihr auf uns aufmerksam wurdet, bevor ihr idiotische Fragen stellt. Die Infos stehen nämlich da, damit ihr euch auf diesem Wege VOR einer Kontaktaufnahme Informieren könnt, ob euch das Angebot überhaupt zusagt, und nicht nach mehrtägigem Mailkontakt dann plötzlich wegen dem Honorar oder der grossen örtlichen Distanz erstaunt seid. Seufz...
Montag, 14. Februar 2011
Prostitutionspolitik
Schweizer Politiker/innen behaupten ständig die Arbeitsbedingungen von Prostituierten verbessern zu wollen, dabei ist das Honorar nach der Rechtsprechung des Bundesgerichts nicht einmal einklagbar- wegen "Sittenwidrigkeit". Kein Wunder denken sich gewisse Kunden, sie könnten sich mit uns alles erlauben (Stichwort Fake-Buchungen und Zechprellerei) wenn sogar das Bundesgericht dahinter steht. Ich frage mich, wie die ausführliche Begründung dazu wohl aussieht? Um mal polemisch zu werden: Ich kann mir vorstellen, dass da gewisse Richter gerne Sexarbeiterinnen verarschen und gewisse Richterinnen insgeheim von Missgunst getrieben werden..
Die FDP-Frauen haben diesen stossenden Misstand erkannt und fordern die Rechtsprechung heraus Eine Frage, die Gegner nun einbringen werden (unter anderem mit der insgeheimen Absicht, Prostituierte weiterhin unten zu halten) ist vermutlich, ob auch die Dienstleistung nach Bezahlung einklagbar sei. Natürlich nicht- es könnte lediglich der Betrag zurückgefordert werden.
Die Juso hatte sich bereits im August in Zürich mit Plakaten für die Gleichstellung von Sexarbeiter/innen bekannt, tatsächliche Verbesserungsvorschläge scheiterten wohl an der Unkenntnis der Materie. So warb die Juso für die "Entkriminalisierung" der Prostitution, obwohl es überall in der Schweiz legal ist. Ich hoffe sie unterstützt nun diese wichtige, konkrete Verbesserung.
@Mädchenmannschaft: Vielen Dank für die Verlinkung. Ich habe auch die Kritik zur Kenntnis genommen, deshalb möchte ich erläutern weshalb ich auf die Idee komme dass eventuell Missgunst hinter der Sittenwidrigkeit steckt: Ich hatte bereits zahlreiche Diskussionen mit Frauen, welche gegen die Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Prostituierten waren, und zwar begründeten diese es damit, dass es schlecht für die Prostituierten sei und zur "Bagatelliesierung" führen würde.
Im Laufe der Diskussionen stellte sich aber heraus, dass sich hinter der vermeintlichen Sorge um das Wohl der Prostituierten die Angst um sexuellen Machtverlust verbarg, in dem Sinne dass Männer mehr Optionen zum Fremdgehen haben falls sie dies wollen. Das klingt zwar zunächst nach einem schlechten Klischee, und ich möchte es selbst gar nicht glauben, aber leider hat es immer wieder bestätigt. Persönlichen Erlebnisse begründen natürlich keine allgemeingültigen Tatsachen, lassen aber erfahren was durchaus möglich ist. Ich schliesse nicht aus, dass selbst Richterinnen anderweitige Motive haben könnten, vielleicht auch unbewusst. Ich frage mich also, was denn sonst das Motiv sein könnte, Prostituierten den Rechtsweg zu verweigern. Ist es die Angst vor "Normalisierung"? Wenn ja, wie kann denn die Abwehr dagegen wichtiger sein als die Rechte von realen Menschen?
Nicht zu vergessen ist, dass ich auch Richtern (welche wohl die Mehrheit im Bundesgericht ausmachen?) mögliche Hintergedanken unterstellt habe. Empfindet ihr dies als weniger problematisch als wenn Frauen anderweiteige Motive angelastet werden?
Die FDP-Frauen haben diesen stossenden Misstand erkannt und fordern die Rechtsprechung heraus Eine Frage, die Gegner nun einbringen werden (unter anderem mit der insgeheimen Absicht, Prostituierte weiterhin unten zu halten) ist vermutlich, ob auch die Dienstleistung nach Bezahlung einklagbar sei. Natürlich nicht- es könnte lediglich der Betrag zurückgefordert werden.
Die Juso hatte sich bereits im August in Zürich mit Plakaten für die Gleichstellung von Sexarbeiter/innen bekannt, tatsächliche Verbesserungsvorschläge scheiterten wohl an der Unkenntnis der Materie. So warb die Juso für die "Entkriminalisierung" der Prostitution, obwohl es überall in der Schweiz legal ist. Ich hoffe sie unterstützt nun diese wichtige, konkrete Verbesserung.
@Mädchenmannschaft: Vielen Dank für die Verlinkung. Ich habe auch die Kritik zur Kenntnis genommen, deshalb möchte ich erläutern weshalb ich auf die Idee komme dass eventuell Missgunst hinter der Sittenwidrigkeit steckt: Ich hatte bereits zahlreiche Diskussionen mit Frauen, welche gegen die Verbesserung der Arbeitsbedingungen von Prostituierten waren, und zwar begründeten diese es damit, dass es schlecht für die Prostituierten sei und zur "Bagatelliesierung" führen würde.
Im Laufe der Diskussionen stellte sich aber heraus, dass sich hinter der vermeintlichen Sorge um das Wohl der Prostituierten die Angst um sexuellen Machtverlust verbarg, in dem Sinne dass Männer mehr Optionen zum Fremdgehen haben falls sie dies wollen. Das klingt zwar zunächst nach einem schlechten Klischee, und ich möchte es selbst gar nicht glauben, aber leider hat es immer wieder bestätigt. Persönlichen Erlebnisse begründen natürlich keine allgemeingültigen Tatsachen, lassen aber erfahren was durchaus möglich ist. Ich schliesse nicht aus, dass selbst Richterinnen anderweitige Motive haben könnten, vielleicht auch unbewusst. Ich frage mich also, was denn sonst das Motiv sein könnte, Prostituierten den Rechtsweg zu verweigern. Ist es die Angst vor "Normalisierung"? Wenn ja, wie kann denn die Abwehr dagegen wichtiger sein als die Rechte von realen Menschen?
Nicht zu vergessen ist, dass ich auch Richtern (welche wohl die Mehrheit im Bundesgericht ausmachen?) mögliche Hintergedanken unterstellt habe. Empfindet ihr dies als weniger problematisch als wenn Frauen anderweiteige Motive angelastet werden?
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Politik,
Prostitution,
Sexarbeit allgemein,
Sexwork,
Sexworker
Mittwoch, 9. Februar 2011
Zwangsprostitution wird durch restriktives Aufenthaltsrecht und Stigma der Sexarbeit begünstigt
Menschenhandel wird durch Österreichische Behörden begünstigt: Link Ein oft vorkommendes Druckmittel gegen Zwangsprostituierte ist die Drohung, eine Person als "illegal Anwesend" auffliegen zu lassen, was zu einer Abschiebung führen würde. Das häufigste ist meiner Einschätzung nach hingegen die Drohung, Freunde und Familie über die Tätigkeit als Prostituierte zu informieren.
Montag, 7. Februar 2011
Sonntag, 6. Februar 2011
Freitag, 4. Februar 2011
Violent language of anti-sex work groups, Teil 2
Zitat von Sven aus dem Emma-Forum:
"Menschen, die als Kind Anerkennung, Geborgenheit und Liebe erfahren durften, deren Würde nicht verletzt wurde, werden NIEMALS in die Pornoszene oder Prostitution rutschen! Das gilt für Frauen, wie auch für Männer."
Dies ist ein perfektes Beispiel dafür, was im Artikel "Violent language of Anti-Sex work groups" beschrieben wird. Sexarbeiter/innen werden als unvollständige, "beschädigte", unwürdige Menschen dargestellt, damit man sie nicht ernst nehmen muss. Es ist die vollendete Respektlosigkeit, welche in der Gesellschaft die Stigmatisierung und somit auch Diskriminierung und Gewalt reproduziert. Jedes negative Beispiel wird aufgenommen und als "Wahrheit" genannt, jedes positive, das dem eigenen Weltbild nicht entspricht, als absolute Ausnahme oder gar Selbsverleugnung abgestempelt.
Quelle
Hinzu kommt die Problematik, falls jemand tatsächlich missbraucht wurde. Ich glaube nicht, dass die meisten Missbrauchsopfer unfähig zur Selbstreflexion und zu willenlosen Gefässen werden, doch genau das implizieren Aussagen wie die oben. Ich stelle es mir als sehr belastend vor, wenn einem ständig vorgehalten wird, welche eigenen Erfahrungen angeblich zu den eigenen Entscheidungen geführt haben. Es ist ein ständiges Verdrängen in die Opferrolle, welches jedes neugewonnene Gefühl von Empowerment zerstören kann.
"Menschen, die als Kind Anerkennung, Geborgenheit und Liebe erfahren durften, deren Würde nicht verletzt wurde, werden NIEMALS in die Pornoszene oder Prostitution rutschen! Das gilt für Frauen, wie auch für Männer."
Dies ist ein perfektes Beispiel dafür, was im Artikel "Violent language of Anti-Sex work groups" beschrieben wird. Sexarbeiter/innen werden als unvollständige, "beschädigte", unwürdige Menschen dargestellt, damit man sie nicht ernst nehmen muss. Es ist die vollendete Respektlosigkeit, welche in der Gesellschaft die Stigmatisierung und somit auch Diskriminierung und Gewalt reproduziert. Jedes negative Beispiel wird aufgenommen und als "Wahrheit" genannt, jedes positive, das dem eigenen Weltbild nicht entspricht, als absolute Ausnahme oder gar Selbsverleugnung abgestempelt.
Quelle
Hinzu kommt die Problematik, falls jemand tatsächlich missbraucht wurde. Ich glaube nicht, dass die meisten Missbrauchsopfer unfähig zur Selbstreflexion und zu willenlosen Gefässen werden, doch genau das implizieren Aussagen wie die oben. Ich stelle es mir als sehr belastend vor, wenn einem ständig vorgehalten wird, welche eigenen Erfahrungen angeblich zu den eigenen Entscheidungen geführt haben. Es ist ein ständiges Verdrängen in die Opferrolle, welches jedes neugewonnene Gefühl von Empowerment zerstören kann.
Dienstag, 1. Februar 2011
Verantwortung für die eigene Lust
Guter Sex ist erlernbar. Für mich war das jedenfalls der Fall. Mit meinen ersten zwei Partnern war penetrativer Sex nichts besonderes. Ich strebte danach, und es war meistens angenehm- aber eben nichts weltbewegendes, und ich kam nie dabei.
Heute ist das anderst. Ich kann Sex mit fast allen Personen geniessen, vorausgesetzt sie sind nicht absolut ungeschickt. Ich komme oft. Es liegt nicht daran, dass die "Technik" wesentlich anderst ist, oder dass ich mich zu diesen Personen mehr hingezogen fühle. Was sich verändert hat ist meine eigene Einstellung. Ich habe gelernt dass man nicht einfach zurückliegen kann- und schon ist die Ekstase da. Ich muss mich innerlich und äusserlich dafür anstrengen, indem ich mich (positiv) anspanne. Die Entspannung, welche Dr.Sommer & Co. mir immer gepredigt hat, ist für mich ein Lusttöter.
Hmm, was will ich damit eigentlich sagen...manchmal muss der Knopf einfach bei einem selbst aufgehen, und man kann nicht die äusseren Umstände für die eigene (Un-)Lust verantwortlich machen.
Heute ist das anderst. Ich kann Sex mit fast allen Personen geniessen, vorausgesetzt sie sind nicht absolut ungeschickt. Ich komme oft. Es liegt nicht daran, dass die "Technik" wesentlich anderst ist, oder dass ich mich zu diesen Personen mehr hingezogen fühle. Was sich verändert hat ist meine eigene Einstellung. Ich habe gelernt dass man nicht einfach zurückliegen kann- und schon ist die Ekstase da. Ich muss mich innerlich und äusserlich dafür anstrengen, indem ich mich (positiv) anspanne. Die Entspannung, welche Dr.Sommer & Co. mir immer gepredigt hat, ist für mich ein Lusttöter.
Hmm, was will ich damit eigentlich sagen...manchmal muss der Knopf einfach bei einem selbst aufgehen, und man kann nicht die äusseren Umstände für die eigene (Un-)Lust verantwortlich machen.
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